Ansprache von Gritje Stöver, Keitumer Biike 2026

Lef Söl’ring Lönsliren, lef Gasten,
als Ortsbeiratsvorsitzende der Ortsteile Keitum und Munkmarsch möchte ich euch ganz herzlich zur diesjährigen Biike begrüßen. Wir sind heute hier am Keitumer Biikeplatz zu einem der traditionsreichsten Feste auf Sylt zusammengekommen: ein Fest zur Vertreibung des Winters, ein Fest der Zusammenkunft, ein Fest, um mit starken und ehrlichen Worten ein Zeichen zu setzen.

Die Sylter Biike ist mit vielen Traditionen verbunden. Der Wandel der Zeit hat es mit sich gebracht, dass sich einige davon verändert haben oder verloren gegangen sind. Der Spagat zwischen dem Erhalt unserer Traditionen und der Offenheit für Neues ist eine der größten Herausforderungen, der wir uns auf der Insel stellen müssen. Eben weil so viele Begehrlichkeiten auf jedem Stück der 99,14 Quadratkilometer der Insel lasten.

Umso mehr freue ich mich, dass es uns immer wieder gelingt, zu einem gemeinsamen WIR zu finden. Keitums Qualität liegt in seiner Lebendigkeit. Das beweisen unsere Vereine, der Ortsbeirat und die Freiwillige Feuerwehr Keitum, die mit Veranstaltungen und Festen immer wieder zu einem gemeinsamen WIR einladen. Das beweist Heiner Johannsen und sein Team, die den EDEKA aktiv Markt zu einem wichtigen Treffpunkt des Ortes machen. Auch die Keitumer Einzelhändler haben das Potential eines gemeinsamen WIR erkannt und im vergangenen Jahr erstmalig eine Woche „Wir Keitum“ gefeiert.

Unser Keitum wächst im WIR, das neue Impulse setzt und dabei Tradition, Regeln und Gepflogenheiten berücksichtigt. Letztendlich geht es darum Keitum zu verstehen und im positiven Sinne lebendig zu halten. Deshalb nehmt den Satz mit: Unser Keitum wächst im WIR!

Im vergangenen Spätsommer stellte unser lokaler Fernsehsender Sylt1 die K-Frage: Welcher Ort ist schöner – Keitum oder Kampen? Keitum hat diesen Wettstreit knapp gewonnen. Und wenn man mich als Ortsbeiratsvorsitzende fragt, sage ich natürlich: Zu Recht! Keitum ist der schönste Ort der Insel. Genauso wird die Bürgermeisterin von Kampen sagen: Kampen ist der schönste Ort der Insel. Und als Diplomatin müsste ich hinzufügen: Schönheit liegt im Auge des Betrachters. Aber wir sollten uns dieses Denken für den eigenen Ort bewahren. Sylt wird in verwaltungsseitiger und politischer Hinsicht noch enger zusammenrücken, sollte sich das in den Startlöchern stehende Amtsmodell durchsetzen. Das ist gut so. Aber es ist wichtig, dass jeder Ort der Insel in diesem neuen Gemeinschaftsdenken einen Platz erhält.

Ein Einheitsdenken, wie es hier und da, etwa in der Diskussion um Ferienwohnungen oder Bauleitplanung, anklingt, wird der Individualität unserer Ortsteile nicht gerecht. Gerade in der baulichen Rahmenplanung hat Keitum bereits 1989 Maßstäbe gesetzt. Eine Mammutaufgabe, die sich in differenzierten Bebauungsplänen sowie Gestaltungs- und Erhaltungssatzungen der 1990er/2000er Jahre niedergeschlagen hat. Und damit bin ich wieder beim Anfang meiner Rede: beim Spagat zwischen Bewahren und Erneuern. Die Qualität Keitums liegt, neben seiner Lebendigkeit, in seiner besonderen Mischung: aus Dauerwohnraum, Zweitwohnsitzen und Ferienwohnungen, aus denkmalgeschützten Häusern und behutsamen Neubauten.

Ein unindividueller Einheitsbrei war noch nie das Ding der Keitumer, genauso wenig wie überdimensionierte Großprojekte oder eine übertriebene Kleinteiligkeit. Wir haben aus vergangenen Fehlplanungen schmerzhaft gelernt. Und wir haben das Bestmöglichste daraus gemacht. Daran sollten wir festhalten.

Das Beste draus gemacht, haben auch die Akteure, die zum Gelingen der diesjährigen Biike beigetragen haben. Im Namen des Ortsbeirats möchte ich meinen Dank an alle aussprechen:

  • Jakob Hansen, für die Organisation der Biikewache.
  • die Hartgesottenen, die die Nacht bei der Biikewache zum Tag gemacht haben.
  • Den Jugendspielmannszug Rödemis, der uns heute mit fast 45 jungen Musikern begleitet.
  • Die Freiwillige Feuerwehr, die wie immer zur Stelle ist.
  • Die Kinderfeuerwehr Archsum, die die Biikepuppe gebaut hat.
  • Dieter Ingwersen und seine Crew, für das Entzünden des Feuers.
  • Anika Schier von der Gemeinde Sylt, für die Unterstützung bei der Organisation.
  • Und natürlich die Round Tabler, die uns mit hochprozentiger Bewirtung versorgen.

    Ihr alle haltet Keitum lebendig!

    Uns allen wünsche ich eine fröhliche Biike, ein geselliges Grünkohlessen und den Kindern und Erwachsenen viel Spaß am morgigen Petritag.